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Splitboarden mit Ben & Bichi

 

Wir sind Splitboarder... Thats its, thats all!

Doch wie zur Hölle wird man so was?!?

Es gibt Momente im Leben, da findest du dich in Ischgl in irgendeinem beliebigen, deinen Hintern wärmenden, Sessellift wieder und stellst dir die Frage: Liebst du das noch? Den ganzen Zirkus um Marken?  Nein! Überfüllte Skigebiete? Nein! Vom Kunstschnee vereiste Pisten, die kaum einen entspannten Turn zulassen? Nope! Das von Industrie und Kommerz geprägte irreale „Bergerlebnis“ mit weißen Streifen in einer ansonsten grünen Bergwelt wie jüngst in Kitzbühl? Auf gar keinen Fall! Den Sport? Aber sowas von!

Und schon findest du dich selbst inmitten einer Sinnkriese und suchst nach einem Ausweg.

Skitouren geht doch genau in die richtige Richtung: Natur, Ruhe, Pulver und den Sport, den du so sehr liebst. Aber mit Ende 20 bzw. Anfang 30 noch richtig Skifahren lernen, das wird auch nichts mehr. Wir sind Boarder und waren es schon immer. Das ganze muss doch auch mit dem Board möglich sein.

Für uns hieß das dann irgendwann kurz entschlossen, dass wir dem Skigebiet zum ersten Mal den Rücken kehren und uns das Brett an den Rucksack schnallen damit ab aufs Riedberger Horn. Bei etwa 50 Zentimeter Neuschnee, nur in Snowboardboots und ohne jegliches Wissen oder Lawinenausrüstung. Das war unsere erste „Tour mit Snowboard“.
Im Nachhinein betrachtet war diese Aktion saudumm, sie war gefährlich, viel zu anstrengend und ineffizient! Trotzdem irgendwie überragend gut!

Naja was soll man sagen, die Richtung stimmt, aber das muss besser gehen.
Also zuerst das Wichtigste: LVS-Sets besorgt und den Umgang damit geübt. Danach haben wir uns erstes Wissen über die Beurteilung von Lawinen und Lawinenlageberichte angeeignet. Dann Dr. Google befragt und zum ersten Mal von Splitboards gehört.
Leider sind die Dinger sau teuer, die deutlich günstigere Alternative sind Schneeschuhe. Klingt alles ganz easy, das Brett bleibt auf dem Rücken, Teleskop Stöcke in die Hand und Schneeschuhe unter die Boots und ab zum ersten Grundkurs beim SSV.

Unsere erste ernstzunehmende Tour war dann der Siplinger Kopf. Diesmal mit Lehrgangsleiter Stefan und einigen Skitourengängern, LVS Ausrüstung (die wir mittlerweile auch ganz gut bedienen konnten) und den besagten Schneeschuhen. Auf halber Strecke drehten wir uns zueinander um und sagten ganz leise: „Das ist so scheiße anstrengend, ich weiß nicht, ob ich den Gipfel wirklich erreiche!“ Wir fragten uns: Warum tun sich die Skifahrer so viel leichter?

Es ist relativ klar, dass die Spuranlage von Skitourengehern und Schneeschuhwandern passt nur bedingt zusammen, außerdem ist ein Snowboard auf dem Rücken sowas ähnliches wie eine Schrankwand die eine wunderbare Angriffsfläche für Wind bietet. Und an diesem Tag hat es ordentlich geblasen. Wir haben uns durchgebissen und den Gipfel erreicht. Die Aussicht und vor allem die Abfahrt auf unberührten Hängen, die wir uns nur mit drei Skifahrern aus unserer Gruppe teilen mussten, waren überwältigend gut.

Der Versuch Nummer zwei  war deutlich besser, aber auch hier gab es ein paar „lessons learned Momente“.
Brett tragen = Schrankwand
Spuranlage bei Schneeschuhen = Katastrophe
Tourenerlebnis = Outstanding!

Und nun? Also doch ein teures Splitboard kaufen? Eine Onlinerecherche ergab die Lösung: Voile DIY Splitkit! Wie geil ist das denn? Nimm dir ein altes Snowboard und zersäge es!
Mit dem Schraubenkit von Voile wird dann ein Splitboard daraus. Klingt irgendwie irre aber „so what“ das probieren wir. Also haben wir bei Wildschnee.de ein Splitkit bestellt, das gute alte „Burton Custom“ zum Schlosser des Vertrauens gebracht der dann mittels Wasserstrahl die Kiste längs in 2 Teile zerteilt hat. (es geht übrigens auch hervorragend mit einer Säge).  Dann alles wieder zusammenschrauben und auf zum Siplinger!
Schon nach wenigen Schritten war uns klar, dass das die Offenbarung ist. Es klappt wirklich und zwar sehr gut! Endlich ist die Schrankwand unter den Füßen wo sie hingehört!
Am Gipfelkreuz war uns sofort klar, da ist sie, die alte Liebe! Genau so muss sich das anfühlen.

Und diese alte Liebe wird mit steigender Erfahrung immer facettenreicher:
Grenzen gibt’s kaum – außer die, die uns die Natur vorgibt. Gleiches gilt auch für Luxus. Luxus für Tourengeher ist ein leichterer Ski oder ein bequemerer Boot.

Aber den braucht man eh nicht, wenn man auf seinem frierenden Hinterteil mit einem heißen Tee in der Hand am Gipfel sitzt und die Aussicht mit dem Tourenpartner in sich aufsaugt und sich von oben schon mal die Powder-Line anschaut, die einen gleich erwartet - alleine!

Das kann kein Skigebiet...

Thats it, thats all...

Ben & Bichi

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